Was tun, wenn das Handy baden gegangen ist?

wave-347560_1920Eigentlich ist der Sommer schon vorbei. Was wir wissen, scheint der Sommer aber noch nicht zu wissen. Zumindest sind aktuell die Temperaturen da draußen nicht auf Herbst getrimmt. Deswegen verwunderte mich der Anruf von Arno P. nicht. „Mein Smartphone ist gerade in den See gefallen – was kann ich jetzt machen?“ klagte unser Kunde.

Wie man sich in einem solchen Fall verhalten sollte, möchte ich an dieser Stelle aber nicht nur Herrn P. mitteilen.

Was kann ich also als Sofortmaßnahme machen?

  1. Als erstes das Telefon schnellstmöglich aus dem Wasserbad holen.
  2. Sollten Stecker am Telefon befestigt gewesen sein, diese sofort entfernen. Wenn das Ladegerät angeschlossen ist, ist hier Vorsicht geboten, da die Gefahr eines elektrischen Schlages besteht. In dem Fall empfehle ich das Ladekabel nicht am Stecker sondern am Kabel herauszuziehen.
  3. Sofern möglich sofort den Akku aus de Gerät entfernen. Sollte dies nicht funktionieren, das Gerät zumindest ausschalten.
  4. Die Simkarte aus dem Telefon entfernen
  5. Das Gerät von außen mit einem Tuch trocknen.
  6. Versuchen, dass Wasser aus dem Gerät zu schütteln. Hierbei eignen sich die Öffnungen für die Stecker. In einigen Fällen kommt hier einiges an Wasser heraus.  Wenn Sie Druckluft zur Verfügung haben, dann können Sie das Gerät auch hiermit auspusten.
  7. Das Gerät trocknen. Im Idealfall nutzen wir hier ein Gefäß mit Kieselgel. Kieselgel liegt bei vielen Elektrogeräten in Form eines kleinen Beutels dabei. Kieselgel zieht das Wasser aus dem Gerät. Sollten Sie kein Kieselgel auftreiben können, können Sie als Alternative Reis oder Katzenstreu verwenden. Das Gerät sollte mindestens 24, besser 48 Stunden von dem absorbierenden Material bedeckt sein. Beim Reis darauf achten, dass keine Körner in die Öffnungen gelangen.
  8. Das Gerät während dieser Trocknungsphase nicht in Betrieb nehmen. Ansonsten laufen Sie Gefahr, dass es zu einem Kurzschluss im Gerät kommt und das Gerät komplett den Geist aufgibt.
  9. Nach der Trocknungsphase können Sie die Simkarte wieder einlegen. Danach kann man es einmal riskieren, dass Smartphone wieder in Betrieb zu nehmen. Mit ein wenig Glück funktioniert wieder alles so, wie es soll und man kann das Telefon wieder benutzen.

Eine andere Möglichkeit zur ersten Hilfe ist mir sonst leider nicht bekannt. 2 Tage sollte man dann auf das Gerät verzichten können. Um solche Probleme zu verhindern, kann man sich auch auch ein Smartphone kaufen, welches direkt Wasserdicht ist. Alternativ ist es auch empfehlenswert, ein „Erste-Hilfe-Set“ zum trocknen des Gerätes im Haus zu haben, damit man gewappnet ist, wenn es mal zu einem Wasserschaden am Handy kommt.

Was gibt es sonst noch zu beachten?

Auch wenn es logisch klingt, sollte man vermeiden mit einem Haartrockner oder ähnlichem das Gerät zu trocknen. Die Wärme kann im Zweifelsfall dem Telefon den Rest geben.

Wenn Sie das Gerät zum Trocknen zu öffnen möchten, sollten Sie sich an dieser Stelle bewusst sein, dass hier auf jeden Fall die Herstellergarantie erlischt. Zumal sollten Sie das Gerät nur dann öffnen, wenn Sie Erfahrungen mit dieser Technik haben, Erfahrungsgemäß sind bei den modernen Smartphones kurze Kabel verbaut, welche schnell einmal kaputt gehen können.

Wenn das Handy erfolgreich getrocknet ist, kann es trotzdem zu Schäden an der Technik gekommen sein, welche sich erst einige Zeit später zeigt. Gerade der Akku eines Gerätes kann nach kurzer Zeit nach einem Wasserbad seinen Geist aufgeben.