Was man beim Einbau einer SSD-Festplatte beachten sollte

data-storage-319844_1920Festplatten dürften für die meisten Computerbenutzer ein Begriff sein. Wir sprechen hier von dem Bauteil im PC, welches alle Daten speichert. In den Prospekten der Computermärkte findet man immer wieder den Begriff SSD.

Doch was hat es damit auf sich?

Bei der SSD handelt es sich im den Nachfolger der Festplatte. Der Vorteil einer SSD liegt ganz klar in der Geschwindigkeit. Dieser Speicher ist der Ferrari unter den Datenspeichern. Zudem sind SSD Speicher nicht mehr so stoßempfindlich, wie es normale Festplatten sind.

Ein fataler Fehler

Viele unserer Kunden, welche selbst ein wenig am PC rumschrauben, und sich eine SSD angeschafft haben, machen aber einen fatalen Fehler:

So wird die SSD verbaut und anschließend ganz normal genutzt. Dies beinhaltet, dass Windows automatisch den Datenträger defragmentiert. Einige Kunden haben es noch aus früheren Zeiten drin und lösen die Defragmentierung auch noch per Hand aus. Dies ist pures Gift für eine SSD.

Warum ist dies so?

Die Defragmentierung sorgt dafür, dass zusammengehörende Dateien so auf den Datenträger gespeichert werden, dass sie möglichst nah aneinander liegen. Dies macht bei einer Festplatte durchaus Sinn. Die Festplatte besitzt einen Lesekopf. Dieser wird mechanisch über rotierende Scheiben gesteuert. Wenn die Daten zu sehr Scheibe verstreut sind, springt der Kopf immer hin und her. Dieser Vorgang benötigt recht viel Zeit. Liegen die Dateien aber alle direkt beieinander, dann kann der Lesekopf sie direkt lesen, ohne sich dauernd neu ausrichten zu müssen. Das Beschleunigt den Leseprozess enorm.

Im Gegensatz zu einer Festplatte, arbeitet eine SSD komplett anders. Hier haben wir keine mechanischen Teile verbaut, welche die Daten auslesen. Die Daten werden in Speicherchips gespeichert. Da die Daten ohne Verzögerung von überall gelesen werden können ist hier ein Datenchaos nicht weiter tragisch für die Funktionsweise der SSD. SSDs haben aber einen entscheidenden Nachteil im Gegensatz zu Festplatten. Die Speicherchips sind Verschleißteile. Dies bedeutet, dass jeder Schreibzugriff in den Chips die Lebensdauer beeinflusst.

Jetzt wird klar, wieso die Defragmentierung für eine SSD so schlimm ist: Hier werden die Daten neu sortiert, also neu beschrieben. Dieser bei einer SSD völlig unnötige Vorgang verkürzt die Lebensdauer der SSD enorm.

Was kann ich machen?

Als Erstes sollten Sie keine Defragmentierung per Hand ausführen. Des weiteren sollten Sie die automatische Defragmentierung des Systems für die SSD ausschalten.

Gibt es sonst noch etwas?

Zur Pflege der SSD kann man anstatt der Defragmantierung eine andere Operation durchführen. SSD Besitzer sollten den TRIM-Befehl verwenden.

Mit Hilfe dieses Befehls werden ungenutzte bzw. ungültige Datenblöcke auf dem Datenträger markiert. Diese Bereiche können dann neu beschrieben werden. Somit werden unnötige Schreibzugriffe verhindert und die Verteilung der Last konstant gehalten, was die Lebensdauer ein wenig verlängern kann.

Um zu prüfen, ob der TRIM-Befehl auf Ihren System aktiv ist, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Starten Sie eine Eingabeaufforderung mit Administratorrechten
  2. Geben Sie nun folgenden Befehl ein: „fsutil behavior query DisableDeleteNotify“
  3. Nun sollte Ihnen die Eingabeaufforderung antworten:
    • Meldet das System „DisableDeleteNotify = 0“ ist der TRIM-Befehl aktiv – alles okay
    • Meldet das System „DisableDeleteNotify = 1“ ist der TRIM-Befehl deaktviert – sie können Ihn nun mit dem Befehl „fsutil behavior set disablenotify 0“ aktiveren.

Ansonsten sollten Sie wirklich nur das Betriebssystem und die wichtigsten Programme auf der SSD speichern. Programme, welche nur gelegentlich verwendet werden oder „normale“ Dateien von Anwendung (Beispielsweise Bilder oder Officedokumente) sollten lieber auf einen anderen Datenträger ausgelagert werden.

Generell gilt, dass Sie 20 % der Kapazität des Datenträgers frei halten sollten, damit das System genug Platz hat, temporäre Speicherungen zum Arbeiten vorzunehmen.

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